Sophie Godzik
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Sophie Godzik · "Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen" Anthophila (Die Bienen)Eine Figur, die sich selbst umfängt, das Gesicht verborgen hinter einem großflächigen Goldfeld, das aus dem Holz zu wachsen scheint. Das Blattgold liegt hier ungewöhnlich präsent auf – warm, körperlich, beinahe körperlicher als die Figur selbst – und antwortet auf die tiefen Blautöne mit feinem Hexagonmuster, die an Bienenwaben und archaische Tierhäute zugleich erinnern. Zwei Wirklichkeiten begegnen sich auf einer einzigen Oberfläche.Die Rinde des Holzbretts ist unbehandelt geblieben und gibt dem Werk seine Verwurzelung: kein neutraler Bildträger, sondern ein Material mit Geschichte. Acryl-Malerei, Acrylstift und Pyrographie überlagern sich zu einer Oberfläche, die Tiefe suggeriert, ohne perspektivisch zu täuschen. Das Gold verändert seine Qualität mit dem Lichteinfall – mal diffus schimmernd, mal scharf leuchtend. Eine goldene Linie führt um die Taille der Figur, kaum wahrnehmbar, aber präzise gesetzt.Technische DetailsGröße: 30 × 100 cmFormat: HochformatTechnik: Acryl-Malerei, Acrylstift und PyrographieBildträger: Naturholzplanke mit sichtbarer Rinde, BlattgoldJahr: 2026Aufhänger rückseitig montiert
Sophie Godzik · "Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen" Aurelia (Die Goldene / Puppengehäuse)Das schmalste Format der Plankenwerke – und vielleicht das intimste. Die Figur liegt im Profil, in sich versunken, in einer Haltung des Wartens oder des Erwachens, die das Konzept der Aurelia – der Puppenphase des Schmetterlings – körperlich begreifbar macht. Keine Dramatik, nur Stille und die Ahnung einer Verwandlung, die bereits begonnen hat.Die rotbraune Rinde leuchtet an den Rändern des Holzbrettes intensiv und gibt dem Werk seine Farbigkeit, noch bevor Acryl und Gold aufgetragen wurden. Das Blattgold liegt über den ruhenden Flächen des Körpers – warm, fast körperwarm – und verleiht dem Werk seinen leuchtenden Kern. Wabensegmente tauchen am unteren Rand kaum wahrnehmbar auf, eingearbeitet in die Pyrographie: kein Motiv, das sich aufdrängt, sondern eine Schicht, die der Betrachter entdeckt oder nicht. Das Holz selbst, mit seiner natürlichen Maserung und der unbehandelten Kante, trägt das Werk wie eine zweite, ältere Haut.Technische Details:Größe: 18 × 115 cmFormat: HochformatTechnik: Acryl-Malerei, Acrylstift und PyrographieBildträger: Naturholzplanke mit sichtbarer Rinde, BlattgoldJahr: 2026Aufhänger rückseitig montiert
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen"Chrysalis (Goldpuppe / Kokon)Das monumentalste Werk der Serie: Über zwei Meter Holz, drei Figuren, ein gemeinsamer Atemzug. Die Figuren liegen, ruhen, träumen – zwischen Schlaf und Metamorphose, zwischen Tier und Mensch, zwischen Einzel- und Kollektivkörper. Was Chrysalis zum Schlüsselwerk der Ausstellung macht, ist nicht nur seine Größe, sondern die Tatsache, dass es das Thema der Ko-Existenz buchstäblich auf einer einzigen Oberfläche verkörpert: Mehrere Wesen teilen einen Träger.Das Blattgold dehnt sich in einer weitläufigen, unregelmäßigen Zone über die Komposition und funktioniert nicht als Mittelpunkt, sondern als Atmosphäre – als Licht, das von innen kommt. Acryl in zarten Fleisch- und Cremetönen kontrastiert mit dunklen, strukturierten Feldern aus Wabenmuster und Pyrographie. Die Planke trägt sichtbar Gewicht: Die Rinde, die Maserung, die Eigengeschichte des Holzes sind unübersehbar präsent und verwandeln den Bildträger selbst in einen Aussagepartizipanten. Ein Werk für Räume, die Tiefe haben.Technische Details:Größe: 203 × 75,3 cmFormat: QuerformatTechnik: Acryl-Malerei, Acrylstift und PyrographieBildträger: Naturholzplanke mit sichtbarer Rinde, BlattgoldJahr: 2026Aufhänger rückseitig montiert
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Bienenhüterin (Fabel)Das grosse Format der Bienenhüterin setzt sie von den übrigen Fabeln ab: Hier ist mehr Raum für die Figur, mehr Raum für das Tier, mehr Raum für das Erzählen. Eine Frau in historisierendem Gewand steht neben einem Bienenkorb, die Hand leicht auf seinem Rand. Hinter ihr fliegen einzelne Bienen in die Dunkelheit. Sie ist keine Imkerin im technischen Sinne – sie ist Hüterin, Begleiterin, Koexistiererin.Das Großformat erlaubt es, die Linien des Linolschnitts mit einer Präzision zu führen, die in den kleineren Blättern nicht möglich ist. Die fließenden Haare der Figur, das Gewebe ihres Kleides, die Rippen des Bienenkorbs – alles ist mit gleicher Sorgfalt ins Linol geschnitten. Das Büttenpapier (A3) gibt dem Werk seine Würde. Ein Stück für Sammlerinnen und Sammler, die ein Werk suchen, das den Raum füllt.TECHNISCHE DETAILS:Grösse: 29,7 × 42 cm (A3)Technik: Linolschnitt auf BüttenpapierFarbe: SchwarzAuflage: 5 Exemplare (1/5 bis 5/5)Papier: BüttenpapierGerahmt erhältlich: weisser Rahmen mit Passepartout, 50 × 70 cmSigniert und nummeriert: ja
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Gottesanbeterin (Fabel)Zwei betende Hände – und mittendrin eine Gottesanbeterin, die sich den Händen wie selbstverständlich einschreibt. Das Motiv zitiert Dürers berühmtes Blatt der „Betenden Hände“ und fügt ihm eine neue Dimension hinzu: Das Tier ist kein Fremdkörper, sondern Teil der Geste. Die Gottesanbeterin selbst nimmt ja eine ähnliche Haltung ein – aufgerichtet, die Vorderbeine vor dem Körper zusammengeführt. Beten ist keine rein menschliche Erfindung.Das Grün des Drucks gibt dem Werk eine natürliche, lebendige Qualität, die dem strengen Motiv Dürescher Prägung gut tut. Es ist der humorvollste und zugleich tiefgründigste der Fabeln: Was bedeutet Andacht, wenn ein Insekt dasselbe tut?TECHNISCHE DETAILS:Grösse: 14,8 × 21 cmTechnik: Linolschnitt auf BüttenpapierFarbe: GrünAuflage: 4 Exemplare (1/4 bis 4/4)Papier: BüttenpapierGerahmt erhältlich: weisser Rahmen mit Passepartout, 40 × 50 cmSigniert und nummeriert: ja
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Libelle (Fabel)Eine Libelle landet auf einem Kopf, der sich ihr willig entgegenstreckt – Kinn auf die Hand gestützt, Blick gesenkt, fast meditativ. Es ist das ruhigste der Fabeln. Kein Drama, kein Aufruhr – nur der seltene Moment des Stillhaltens, den es braucht, damit ein Insekt verweilt. Die Libelle ist groß, detailreich gezeichnet, anatomisch präzise. Sie ist der eigentliche Hauptdarsteller.Das Grün des Drucks ist ungewöhnlich hell und frisch, fast pflanzlich – es erinnert an Moos, an Frühlingslaub, an die Umgebung, in der Libellen tatsächlich leben. Das Büttenpapier nimmt die Farbe mit leichten Unebenheiten auf und gibt dem Bild seine organische Qualität. Ein Werk, das die Langsamkeit feiert.TECHNISCHE DETAILS:Grösse: 14,8 × 21 cmTechnik: Linolschnitt auf BüttenpapierFarbe: GrünAuflage: 3 Exemplare (1/3 bis 3/3)Papier: BüttenpapierGerahmt erhältlich: weisser Rahmen mit Passepartout, 40 × 50 cmSigniert und nummeriert: ja
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Mottenflug (Fabel)Eine Frau, ein Nachttier, ein geteilter Moment: Im Schein einer unsichtbaren Lichtquelle begegnen sich Mensch und Motte auf engstem Raum. Die Figur blickt nicht weg – sie hält stand. Ihr Gesicht zeigt keine Scheu vor der Nähe des Tieres, das mit aufgerissenen Flügeln an ihrem Ohr vorbeizieht. Es ist keine romantische Begegnung, aber auch keine bedrohliche. Es ist schlicht Ko-Existenz: zwei Wesen in einer Nacht, die ihnen beiden gehört.Der Linolschnitt verdichtet diese Szene auf das Wesentliche. Schwarz und Weiß, kein Grau – und dennoch eine Tiefe, die durch die Textur des Büttenpa¬piers und die handwerkliche Qualität des Drucks entsteht. Jede Linie ist geschnitten, nicht gezogen; jede Fläche trägt die Spur eines bewussten Eingriffs. Die Motte ist groß, fast mächtig – eine Erinnerung daran, dass Insekten keine Hintergrundfiguren sind, sondern Mitbewohner unserer Welt.TECHNISCHE DETAILS: Grösse: 14,8 × 21 cmTechnik: Linolschnitt auf BüttenpapierFarbe: SchwarzAuflage: 9 Exemplare (1/9 bis 9/9)Papier: BüttenpapierGerahmt erhältlich: weisser Rahmen mit Passepartout, 40 × 50 cmSigniert und nummeriert: ja
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Pfauenauge (Fabel)Das Tagpfauenauge sitzt auf einem Kopf, der uns den Rücken zuwendet. Der Schmetterling entfaltet seine Flügel – und das Augenmuster der Hinterflügel blickt uns an. Es ist eine doppelte Täuschung: Das Tier, das eigentlich schaut, ist der Schmetterling; die Person, die wir sehen sollten, verbirgt ihr Gesicht. Eine Umkehrung von Sehen und Gesehen-werden, die das Konzept der Ko-Existenz auf brillante Weise verdichtet.Das Blau des Linolschnitts lässt die feinen Strukturen der Schmetterlingsflügel besonders plastisch hervortreten. Die Augen auf den Flügeln sind bildnerisch so präzise, dass sie fast irritieren. Ein Werk, das mehr fragt als es antwortet: Wer schaut hier wen an?TECHNISCHE DETAILS:Grösse: 14,8 × 21 cmTechnik: Linolschnitt auf BüttenpapierFarbe: BlauAuflage: 3 Exemplare (1/3 bis 3/3)Papier: BüttenpapierGerahmt erhältlich: weisser Rahmen mit Passepartout, 40 × 50 cmSigniert und nummeriert: ja
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Schwarmtanz I (Fabel)Hände, die eine Blüte halten – oder ist es eine Larve? – und Bienen, die in einer spiralförmigen Bewegung aus dem Bild zu fliegen scheinen. Schwarmtanz I zeigt den Moment des Aufbruchs: wenn ein Bienenvolk seinen Ort verlässt und die Luft für kurze Zeit vollständig von Leben erfüllt ist. Die Figur im Bild ist Teil dieses Ereignisses, nicht seine Beobachterin.Die weißen Punkte auf blauem Grund – die Bienen, aufgelöst in helle Kreise – sind das bildnerische Herzstück dieses Drucks. Sie machen aus einem handfesten biologischen Vorgang etwas Kosmisches: Der Schwarm erinnert an Sternenkarten, an Partikel, an Tanz. Die Linolschnittlinie ist hier ungewöhnlich weich und bewegt, fast kalligraphisch. Ein Werk, das Bewegung festhält, ohne sie zu stoppen.TECHNISCHE DETAILS: Grösse: 14,8 × 21 cmTechnik: Linolschnitt auf BüttenpapierFarbe: BlauAuflage: 7 Exemplare (1/7 bis 7/7)Papier: BüttenpapierGerahmt erhältlich: weisser Rahmen mit Passepartout, 40 × 50 cmSigniert und nummeriert: ja
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Schwarmtanz II (Fabel)Die Fortsetzung des Schwarmtanzes, nun in Schwarz: Die Figur hebt die Arme, der Körper dreht sich, die Bienen umkreisen sie wie eine Wolke aus Licht. Was in Teil I als Aufbruch begann, wird hier zum Tanz im eigentlichen Sinne – eine Figur, die sich in die Bewegung des Schwarms einschreibt und von ihr bewegt wird. Der schwarze Hintergrund gibt den weißen Punkten eine besondere Leuchtkraft.Schwarmtanz II ist die dunklere, intensivere Version der Begegnung. Der Linolschnitt arbeitet hier mit größeren Flächen und stärkeren Kontrasten – die Figur löst sich fast in die Schwärze auf, nur die Konturlinien und die Bewegung der Kleider verorten sie noch im Raum. Ein Werk, das weniger erklärt als das erste und dafür mehr fühlen lässt.TECHNISCHE DETAILS:Grösse: 14,8 × 21 cmTechnik: Linolschnitt auf BüttenpapierFarbe: SchwarzAuflage: 7 Exemplare (1/7 bis 7/7)Papier: BüttenpapierGerahmt erhältlich: weisser Rahmen mit Passepartout, 40 × 50 cmSigniert und nummeriert: ja
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Summen der Biene (Fabel)Die Honigbiene sitzt auf dem Kopf einer Frau – nicht zufällig, nicht bedrohlich, sondern wie selbstverständlich. Der Kopf der Biene fügt sich an den der Frau, ihre Flügel spannen sich weit in den Bildraum. Es ist eine Verschmelzung, keine Konfrontation. Die Frau schaut direkt aus dem Bild heraus, ruhig und direkt, als wäre die Anwesenheit des Tieres der normalste Zustand der Welt.Das intensive Blau des Linolschnitts verleiht dem Werk eine eigentümliche Wärme – ungewöhnlich für ein Druckverfahren, das so oft von Schwarz und Weiß beherrscht wird. Die Farbe ist Träger der Stimmung: Sie lässt das Bild vibrieren, macht das Summen fast hörbar. Das Büttenpapier nimmt die Farbe ungleichmäßig auf und erzeugt damit jene Unvollkommenheit, die jeden Handabzug zum Original macht.TECHNISCHE DETAILS:Grösse: 14,8 × 21 cmTechnik: Linolschnitt auf BüttenpapierFarbe: BlauAuflage: 7 Exemplare (1/7 bis 7/7)Papier: BüttenpapierGerahmt erhältlich: weisser Rahmen mit Passepartout, 40 × 50 cmSigniert und nummeriert: ja
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen"Nymphe I (Naturgeist / Wasserwesen)Die runde Holzscheibe zeigt, was eine Planke nicht zeigen kann: Jahresringe, Zentrum, Zeit. Das Holz ist hier kein Bildträger, der sich zurücknimmt – es ist Hauptdarsteller. Die Figur kehrt dem Betrachter den Rücken zu, die Flügel gefaltet, das Gesicht dem Goldfeld zugewandt, das den oberen Teil der Scheibe einnimmt und im Licht schimmert. Diese Abkehr ist keine Geste der Ablehnung, sondern der Sammlung.Das Blattgold folgt den Jahresringen des Holzes so präzise, dass es schwer zu sagen ist, wo die Natur aufhört und die Künstlerin beginnt. Tiefe Blautöne mit goldenen Linienzügen spannen sich auf der gegenüberliegenden Seite auf – der Nachthimmel, das Wasser, der Kosmos. Die unregelmäßige, von der Natur geformte Außenkontur der Scheibe ist vollständig erhalten: kein Schnitt, keine Korrektur, keine Glättung. Das Holz erzählt seine eigene Geschichte. Die Figur erzählt eine weitere. Beide berühren sich.Technische Details:Größe: ca. 30 cm DurchmesserFormat: Holzscheibe (rund)Technik: Acryl-Malerei, Acrylstift und PyrographieBildträger: Holzscheibe mit sichtbarer Rinde und Jahresringen, BlattgoldJahr: 2026Aufhänger rückseitig montiert
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Prototyp IEine echte Bienenwabe – von Bienen gebaut, von Bienen verlassen, für das Volk nicht mehr brauchbar – hängt an einem goldenen Aluminiumdraht wie ein Präparat und doch wie ein Schmuckstück. Die Glasglocke schützt und exponiert zugleich: Sie macht aus dem alltäglichen Imkereiabfall ein Ausstellungsobjekt und stellt damit die Frage, wem dieses Objekt eigentlich gehört. Den Bienen, die es gebaut haben? Der Künstlerin, die es gerahmt hat? Oder dem Betrachter, der es kauft?Der Golddraht, der die Wabe hält und umschlingt, ist keine Ergänzung im dekorativen Sinne – er ist ein Eingriff, eine Markierung künstlerischer Autorschaft. Zugleich verweist er auf die Fragilität des Objekts: Die Wabe ist ein gewordenes Ding, das der Draht nicht trägt, sondern begleitet. Prototyp I ist der direkteste der drei Objekte – die vollständigste Wabe, die sichtbarste Struktur, die klarste Begegnung zwischen tierischer Formgebung und menschlicher Rahmung.TECHNISCHE DETAILS:Grösse (Glasglocke): 17 × 12,5 cmTechnik: SkulpturMaterial: Echte Bienenwabe (Bienenwachs), goldener AluminiumdrahtPräsentation: Glasglocke auf schwarzem HolzsockelJahr: 2026Auflage: Unikat
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Prototyp IIKeine Wabe, nur deren Erinnerung: Prototyp II besteht ausschliesslich aus goldenem Aluminiumdraht, der die Form einer Wabe andeutet, ohne sie zu füllen. Was bei Prototyp I noch greifbar, organisch, von Bienen gemacht war, ist hier zum reinen Umriss geworden – eine Zeichnung im Raum, eine Skizze des Zusammenlebens. Der Draht beschreibt eine Form, die nicht da ist, und macht damit das Abwesende zum eigentlichen Thema.Das ist das konzeptuell radikalste der drei Objekte. Es stellt die Frage, was bleibt, wenn man das Tier – seine Arbeit, sein Material, sein Produkt – aus dem Kunstwerk entfernt. Übrig bleibt: die Geste der Künstlerin, der Draht als Spur, die Glasglocke als Bühne. Prototyp II ist ehrlicher als die anderen in seiner Selbstreflexion: Hier ist kein Tier, nur das Nachdenken über das Tier. Und die Frage, ob das ausreicht.TECHNISCHE DETAILS:Grösse (Glasglocke): 17 × 12,5 cmTechnik: Skulptur / DrahtplastikMaterial: Goldener AluminiumdrahtPräsentation: Glasglocke auf schwarzem HolzsockelJahr: 2026Auflage: Unikat
Sophie Godzik · „Ko-Existenzen. Das Tier, das wir sehen“Prototyp IIIEine Wabe, kompakter und dichter als Prototyp I – die Zellen gleichmässiger, die Farbe intensiver, das Orange tiefer und wärmer. Der goldene Aluminiumdraht hält sie wie Prototyp I an einem Haken, doch die Umschlingung ist hier knapper, präziser. Das Objekt wirkt weniger wie ein Fundstück, das bewahrt wurde, und mehr wie eine Arbeit, die in ihrer fertigen Form angekommen ist.Der Unterschied zwischen Prototyp I und III ist ein Unterschied in Dichte und Reife: Wo I noch die Offenheit des Experiments trägt, zeigt III die Konsequenz einer weitergeführten Auseinandersetzung. Die Wabe ist vollständiger in ihrer Struktur, das Wachs tiefer in seiner Farbe. Unter der Glasglocke wird daraus ein Objekt, das zwischen Naturkabinett und Skulptur schwebt – und genau diese Unentschiedenheit ist seine Stärke.TECHNISCHE DETAILS:Grösse (Glasglocke): 17 × 12,5 cmTechnik: SkulpturMaterial: Echte Bienenwabe (Bienenwachs), goldener AluminiumdrahtPräsentation: Glasglocke auf schwarzem HolzsockelJahr: 2026Auflage: Unikat